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ATX-Trends: Lenzing, RBI, Porr, Verbund im Fokus (Wiener Privatbank)

Die schwächelnde Wall Street und der anziehende Euro haben die meisten Aktienmärkte Europas am Dienstag nach unten gezogen. Die überraschende Ablösung des US-Außenministers Rex Tillerson durch Präsident Donald Trump hatte die Anleger dies- und jenseits des Atlantiks verschreckt. Nachfolger Tillersons wird der derzeitige CIA-Direktor Mike Pompeo. Dieser gilt als stramm konservativ und liegt ganz auf Trumps harter Linie, was den Iran und Nordkorea angeht - zwei geopolitische Krisenherde, die die Finanzmärkte immer wieder belasten können. Telekommunikationsunternehmen waren gestern aus Branchensicht die größten Verlierer mit einem Minus von 1,6%, zulegen konnten nur Bergbauunternehmen, und zwar um 0,2%. Total profitierte von einer positiven Analystenstudie und war mit einem Plus von 0,6% einer der wenigen Gewinner, das verhalf auch dem Konkurrenten Eni zu einem Zuwachs in gleichem Ausmaß. Noch besser lief es für ArcelorMittal, nachdem das Unternehmen ein Aktienrückkaufprogramm verlautbart hatte ging es 1,0% nach oben. Geberit hatte zwar einen Gewinnrückgang verzeichnet, erhöhte aber die Dividende und musste dadurch lediglich ein Minus von 0,3% hinnehmen. Weiter stark war in Deutschland Eon, dank guter Geschäftszahlen gab es ein weiteres Plus von 3,9%. RWE hingegen musste dem starken Vortagesanstieg Tribut zollen und schloss 2,9% schwächer.

Zurückhaltend waren die Investoren gestern auch in Wien, nach einem durchaus freundlichen Vormittag drehte der Markt im Laufe des Tages und beendete den Handel mit einer 1,0% tieferen Notierung. Unter den Gewinnern war gestern Verbund mit einem Plus von 3,7%, der Titel profitierte von der positiven Sektorenstimmung in Deutschland. Auch Semperit war gesucht und schloss 1,7% höher. Vonovia meldete die positiv verlaufene Übernahme von Buwog, bis Montagabend wurden 73,7 Prozent der Aktien angedient, gestern gab es für das österreichische Immobilienunternehmen ein Kursplus von 0,7%. OMV verkündigte auf einer Investorenkonferenz, in den nächsten Jahren kräftig wachsen zu wollen, bis 2025 sind jährliche Investitionen von durchschnittlich 2,0 bis 2,5 Milliarden Euro geplant, gestern gab es trotzdem ein Minus von 2,0%.

Auch in den USA gab es auf Grund der innenpolitischen Ereignisse schwache Märkte, die drei großen Indices schlossen allesamt mit Verlusten. Die Verbraucherpreise wurden im Rahmen der Erwartungen gemeldet, insgesamt dürften sie in das von der Fed erhoffte Bild der Wirtschaftsentwicklung passen und den geplanten Zinserhöhungskurs bestätigen. General Electric litt unter einem negativen Kommentar von JPMorgan und sackte 4,4% ab. Weiter im Blickpunkt stehen die Übernahmeversuche in der Halbleiterbranche, Präsident Trump untersagte die Übernahme von Qualcomm durch Broadcom aus Gründen der nationalen Sicherheit, profitieren könnte davon Intel . Qualcomm gab daraufhin 5,0%, Broadcom schloss 0,6% schwächer, Intel legte 0,5% zu. Foot Locker profitierte von positiven Analystenkommentaren und gewann 1,3% dazu, auch T-Mobile US wurde zum Kauf empfohlen und schloss 0,7% stärker.

Leicht nach unten ging es gestern erneut für die Ölpreise, Brent gab 0,5% nach, WTI verzeichnete ein Minus von 1,1%. Gold profitierte von dem nachgebenden US-Dollar und konnte gegen Abend einen Preis von rund 1.328 US-Dollar erreichen. Durch den überraschenden Wechsel im US-Außenministerium konnte der Euro einiges an Stärke gewinnen und kam knapp an die Marke von 1,24 zum US-Dollar.

Vorbörslich sind die europ. Börsen unverändert indiziert. Die asiatischen Börsen schließen mehrheitlich im Minus. Von der Makroseite stehen heute US-Konsumdaten im Fokus. Von der Unternehmensseite berichteten in Österreich Lenzing , Porr , RBI und Verbund (Details siehe unten).
 

UNTERNEHMENSNACHRICHTEN

Lenzing AG

Legte heute Morgen die Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2017 vor, nachdem bereits im Vorfeld verlautbart wurde, dass eine Sonderdividende gezahlt werden soll. Der Umsatz stieg dabei um 5,9% an auf €2,3Mrd., während das EBITDA um 17,3% verbessert wurde auf €502,5Mio. Vor allem höhere Faserpreise sowie die verstärkte Konzentration auf Premiumprodukte (z.B. TENCEL) waren hier die Haupttreiber. Dementsprechend stieg das EBIT um 25,2% auf €371Mio. während das Nettoergebnis bei €281,7Mio. lag nach €229,1Mio. im Vorjahr. Aufgrund der Investitionen in neue Spezialfaserkapazitäten stieg die Capex auf €238,8Mio. nach €107,2Mio. im Vorjahr. Aufgrund eines steigenden Working Capitals sank der Cashflow auf €271,1Mio. nach €473,4Mio. Für das Geschäftsjahr 2018 trübt sich dieses insgesamt positive Bild jedoch erwartungsgemäß deutlich ein. Aufgrund der hohen Faserpreise sollen neue Kapazitäten in den Markt kommen, was auf die Preise drücken könnte. Daneben dürfte das Unternehmen auch unter höheren Rohstoffpreisen sowie negativen Währungseffekten leiden. Insgesamt geht Lenzing daher davon aus, dass das Ergebnis für 2018 unter dem jeweiligen Ergebnis der letzten beiden Jahre liegen dürfte.
 
FY17: Umsatz: €2,3Mrd. (2,3e); EBITDA: €502,5Mio. (501,8); EBIT: €371Mio. (370,6e) Nettoergebnis: €281,7Mio. (272,7e)
                                                                                                     
 
RBI AG
 
Veröffentlichte heute Morgen die finalen Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2017, die jedoch den bereits im Februar veröffentlichten vorläufigen Ergebnissen entsprachen. Eine Änderung betrifft jedoch die CET1-Quote (fully loaded), die aufgrund der Zahlung einer Dividende bei 12,7% lag, nachdem im Vorfeld 13% berichtet wurden (vor Dividende). Selbige soll bei €0,62/Aktie liegen, es wäre die erste Dividendenzahlung seit 2014. Daneben wurde auch der Ausblick ergänzt: in den nächsten Jahren strebt das Unternehmen ein durchschnittliches Kreditwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich an. Aufgrund des äußerst geringen Niveaus an Kreditrückstellungen im abgelaufenen Jahr, geht das Unternehmen für 2018 von einer Steigerung aus. Daneben wurden die restlichen mittelfristigen Ziele bestätigt (CiR von unter 55%, ROE von ca. 11%, CET1-Quote nach Dividende von 13%).
 
FY17: Zinsüberschuss: €3,2Mrd. (Vj*.: 3,2Mrd.); Ergebnis vor Steuern: €1,6Mrd. (Vj*.: 0,9Mrd.); Konzernergebnis: €1,1Mrd. (Vj*.: 520Mio.); NPL-Ratio: 5,7% (Vj*.: 8,7)
*: Vorjahreszahlen beziehen sich auf die pro-forma Ergebnisse nach der Verschmelzung
 
Verbund AG
 
Reihte sich in die Riege der Unternehmen vor, die heute Morgen ihre Zahlen vorlegten, nachdem auch hier bereits vorab vorläufige Resultate berichtet wurden. Der Umsatz konnte dabei um 4,1% gesteigert werden, was vor allem auf eine deutlich höhere Produktionsmenge (+7,5%) zurückzuführen ist. Dafür war hauptsächlich die thermische Erzeugung im Kraftwerk Mellach verantwortlich, die vor allem für Netzstabiliserungsleistungen verwendet wird. Zusätzlich profitierte das Unternehmen von positiven Einmaleffekten, wodurch das berichtete EBITDA mit €922,3Mio. über dem „angepassten“ EBITDA vor Sondereffekten lag (€899,7Mio.). Aufgrund der damit einhergehenden Steuereffekte und Abschreibungen im Kraftwerksbereich kehrt sich dies jedoch beim Nettoergebnis um, sodass hier das berichtete Ergebnis von €301,4Mio. unter dem angepassten Ergebnis von €354,5Mio. lag. Die Dividende soll deutlich erhöht werden auf €0,42/Aktie, wie ebenfalls angekündigt. Für 2018 geht das Unternehmen wie erwartet von einem deutlichen Rückgang des Ergebnisses aus, hauptverantwortlich ist hier die Hedgingpolitik der Firma. Das EBITDA soll demnach bei €850Mio. liegen, während das Nettoergebnis bei ca. €300Mio. gesehen wird.

FY 17: Umsatz: €2,9Mrd. (Vj.: 2,8); EBITDA: €922,3Mio. (Vj.: 1044,2); EBIT: €400,1Mio. (Vj.: 615,1); Nettoergebnis: €301,4Mio. (Vj.: 424,4)


Porr

Die PORR AG steigerte Leistung und Auftragsbestand 2017 zum fünften Mal in Folge. Mit einer voraussichtlichen Produktionsleistung von rund EUR 4,7 Mrd. erreichte die PORR einen Rekordzuwachs von über 20 %. Der Auftragsbestand mit knapp EUR 6,4 Mrd. ist so hoch wie noch nie. Die Heimmärkte der PORR blieben auch 2017 ein stabiler Wachstumsmotor. Auf Basis vorläufiger Zahlen hat die PORR eine Produktionsleistung von EUR 4.738,2 Mio. erzielt. Somit lag der Zuwachs mit 20,7 % erheblich über dem Vorjahr. Das organische Wachstum von 12,3 % profitierte vor allem von der klaren Positionierung auf den Heimmärkten Österreich, Deutschland, Schweiz, Polen und Tschechien. Durch Akquisitionen erzielte die PORR zusätzlich ein Wachstum von 8,4 %. Eine deutliche Steigerung kam vor allem aus dem Bereich Gewerbebau und internationalen Infrastrukturprojekten. Den Großteil der Leistung verzeichneten vor allem Österreich sowie Deutschland.

Der Auftragsstand erreichte ein neues Allzeithoch: Mit EUR 6.366,8 Mio. erzielte er einen Zuwachs von 32,5 % trotz der stark gestiegenen Produktionsleistung. Der Auftragseingang ist mit 51,8 % noch stärker gestiegen und betrug EUR 6.300,9 Mio. Großprojekte wie BMW in München-Freimann oder komplexe Infrastrukturprojekte wie die Autobahn-brücke A1 Dortmund/Koblenz über den Rhein, die Bahnstrecke LK 354 Poznan-Pila in Polen oder der Teilabschnitt der Linie U5 in Frankfurt konnten 2017 gewonnen werden und sorgen für volle Kapazitätsauslastung über 2018 hinaus.

Der Vorstand der PORR rechnet auf Basis des aktuellen Rekord-Auftragsbestandes für das Jahr 2018 mit einem Anstieg der Produktionsleistung auf etwa EUR 5 Mrd., somit mit einem Zuwachs von ca. 5.5 %.

Die finalen Zahlen für das Geschäftsjahr 2017 wird die PORR AG am 26. April 2018 bekanntgeben.



(14.03.2018)



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Mario Tunkowitsch

Research Wiener Privatbank

>> https://www.wienerprivatbank.com


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