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Börsentag Wien vs. Gewinn-Messe mit Lob für u.a UniCredit, Xetra-Gold, Verbund und Palfinger (Günter Luntsch)

Börsentag Wien vs. GEWINN-Messe. Ich bin langjähriger Besucher der GEWINN-Messe und nun auch Besucher der jungen Finanzmesse "Börsentag Wien", immer als Konsument mit Interesse an Finanzdienstleistungen und Anlagemöglichkeiten, ich erlaube mir einen vergleichenden (natürlich subjektiven) Blick auf diese beiden Messen. Vorausschicken möchte ich, dass auch die Aussteller einen Anteil daran haben, dass sich mitunter kein "Erfolg" der Präsenz auf der Messe einstellt, wie immer man diesen messen will: Zahl der Gespräche mit Besuchern, Zahl der entnommenen Geschäftsberichte oder Flyer. Der früher große Stand der OMV auf der alten GEWINN-Messe war meist unbetreut, der Stand war groß, aber da lagen einfach nur Geschäftsberichte. Der heute noch große Stand der voestalpine ist zwar liebevoll und teuer aufgebaut, aber die Standbetreuer sind externe Nicht-Fachleute. Ich erinnere mich an eine Anekdote vor wenigen Jahren, schon auf der neuen (also die eine Halle, die es jetzt nur mehr ist) GEWINN-Messe. Da waren am großen voestalpine-Stand einige ungenutzte Sitzgelegenheiten. Ich setzte mich mit schwerem Gepäck (zwei Taschen voller Prospekte und Zeitschriften hat man schnell beisammen, auch wenn man nur die interessanten nimmt) hin, wie ich (und viele andere) es immer tue, wenn ich zu einer Gesellschaft eine besondere Beziehung aufgebaut habe, und wartete höflich, dass sich jemand um mich kümmert.

So war es bei Jenbacher, so ist es bei Verbund und Palfinger. Worauf die Standbetreuerin zu mir sagte: "Hier dürfen Sie nur sitzen, wenn Sie ein Gespräch mit unserem Anlageberater haben!" Einen Finanz- oder Vermögensberater wird die voestalpine doch nicht haben, sie ist ja kein Finanzinstitut. Und eine Stahlschmelzanlage oder dergleichen brauchte ich gerade nicht. Aber da bleibt man natürlich nicht, so waren auch die Sitzgelegenheiten am großen Voestalpine-Stand fast immer leer. Sehr viele Interessenten kann Dr. Eder selbst natürlich immer um sich scharen, wenn er auf der "Stars der Stunde"-Bühne auftaucht. Die Stars der Stunde auf der GEWINN-Messe sind durchaus gut ausgewählt, selbst zeitig in der Früh sind die Besucher schon da, um ihrem "Star" (meist der Chef eines börsenotierten Unternehmens) zu lauschen.

Die GEWINN-Messe ist stark geschrumpft, am alten Gelände waren es noch vier Hallen und erinnerlich drei oder vier Tage. Heute eine Halle und zwei Tage. Die Bezahl-Seminare finden durchaus Interesse, meines eher nicht, weil mich bislang keines so überzeugen konnte, dass ich unbedingt dort sein muss, auch weil mir das nötige Sitzfleisch und die Zeit fehlen. Wenn ich schon den langen Weg auf die Messe auf mich nehme, möchte ich vor allem möglichst alle Stände besuchen, vom Rahmenprogramm nichts versäumen, das ist heute natürlich leichter als auf der großen GEWINN-Messe früher. Für mich eher positiv ist, dass ich es jetzt schaffe, alle Stände an einem Tag zu besuchen, und dass es kaum mehr Stände gibt, die mich nicht interessieren. Das waren früher die vielen Fondsanbieter, da hatte ich einfach keinen Überblick mehr, und das waren die Anbieter von Chartsprogrammen und ähnlichem, da fehlt mir das Interesse, weil ich praktisch nicht trade. Ein bißchen unangenehm war mir immer, wenn ich zu einem Stand kam, der nur als Anlaufstelle für Vertriebler dienen sollte, als Konsument ärgert man sich, wenn man so einer kleinen Feier angesichtig wird, wo alle sich zuprosten, außer einer, der Konsument, der da nichts zu suchen hat. Lobend erwähnen möchte ich hier Raiffeisen-Centrobank, wo auch der Konsument ungschaut ein Glas bekommt, von führenden Persönlichkeiten der Bank persönlich. Das hat sich grundsätzlich gebessert, auf der neuen GEWINN-Messe dürfte jeder Stand den Konsumenten willkommen heißen. Ich finde das gut, wenn der Endkunde wieder im Mittelpunkt steht.

Der Börsentag ist noch jung, trotzdem konnte auch er sich von Jahr zu Jahr verbessern. Alle Stände sprechen offenbar vor allem den Privatanleger an. Die Ausstellungsfläche ist zur Zeit kleiner als die auf der GEWINN-Messe, die Stände sind/wirken somit kleiner, dafür aber offener, die ganze Veranstaltung ist recht kompakt, was auch für den Besucher den Vorteil hat, dass er alle Stände in absehbarer Zeit besuchen kann und noch Zeit für einige Vorträge hat, die durchwegs weniger als eine Stunde dauern und für den Besucher kostenfrei sind. Ich besuchte heuer sogar drei Vorträge, alle waren hochinteressant, ganz besonders der Vortrag über Hebelprodukte von Unicredit CIB onemarkets, der Vortragende konnte so klar und verständlich die Unterschiede zwischen den einzelnen Hebelprodukten (die werden ja auch immer mehr) erklären, und besonders, wo die typischen Fehler der Anleger bei Hebelprodukten liegen, ich konnte das aus eigener Erfahrung nachvollziehen, ich konnte einiges dazulernen. Die Standbetreuung war durchwegs gut, ich traf kompetente Leute an den Ständen. Das ist aber Sache der Anbieter, kompetente Leute oder Statisten einen Stand betreuen zu lassen, wie oben schon beschrieben.

Die Erreichbarkeit mit Öffentlichen Verkehrsmitteln ist bei beiden gleich gut. Der Börsentag findet im Austria Center statt, an der U1, die GEWINN-Messe in der Messe Wien, an der U2. Die Ausstattung mit Toiletten ist auch bei beiden gleich gut. Es war zu hören, dass die Kosten für den Aussteller am Börsentag niedriger seien als auf der GEWINN-Messe. Den Besucher freut, dass der Besuch des Börsentags grundsätzlich kostenlos ist, auf die GEWINN-Messe kommen viele Besucher mit Freikarten von Ausstellern, andere müssen aber Eintritt bezahlen. Dass der Börsentag nur einen Tag dauert und am Samstag stattfindet, wo auch die arbeitende Bevölkerung kommen kann, sehe ich persönlich als Vorteil für den Besucher. Das Werten fällt schwer, die beiden Messen sind einfach "anders", beide haben ihre Berechtigung, obwohl die Zahl der Börseinteressierten noch nicht größer geworden ist, aber die Umfragen sind vielversprechend: Mit steigenden Kursen steigt auch das Interesse an der Anlage in Aktien, angeblich würden sich schon 11% der Bevölkerung für Aktien interessieren. Hoffentlich investieren die nicht gerade kurz vor einem Kursrutsch, denn dann sind sie enttäuscht und werden uns vielleicht in späteren Jahren fehlen. Schön an Konkurrenz ist jedenfalls, dass sie beide Veranstalter zu Höchstleistungen anspornen wird, jeder der beiden wird wohl die Nr. 1 in Wien sein wollen.

Danke übrigens den Ausstellern auf beiden Messen, die Umhängetaschen verschenkt haben. Die XETRA-Gold-Tasche ist wunderschön und sicher brauchbar, kleiner als die Ikea-Transporttasche, aber größer als eine typische Einkaufstasche, mit diesem Blickfang kann man sich sehen lassen. Am meisten genutzt wird aber die kleinere Tasche von der Börse Stuttgart, auch recht fesch, diese Tasche wurde schon auf einigen Hauptversammlungen der letzten Tage gesichtet, die Anleger zeigen sich gerne damit. Vielleicht, weil sie so klein ist. Brauchbar jedenfalls für die schweren Unterlagen, die man auf Hauptversammlungen ausgehändigt bekommt, ausreichend belastbar.



(17.05.2018)

Christian Drastil (BSN), Christian Hendrik Knappe (Deutsche Bank X-markets),


Börsenvorstand Christoph Boschan konnte heute am GEWINN InfoDay rund 450 Jugendliche für Finanzthemen begeistern. „Die Wiener Börse setzt sich dafür ein, dass die künftige Generation Chancen besser wahrnehmen sowie Risiken erkennen und vermeiden kann." Mehr Fotos und Eindrücke: https://lnkd.in/dsFCC6U


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Günter Luntsch

#gabb Autor, siehe http://boerse-social.com/...

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