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ATX-Trends: Strabag, Lenzing, Erste Group, Raiffeisen, voestalpine, Flughafen (Mario Tunkowitsch, Wiener Privatbank)


Überwiegend weitern nach oben gegangen ist es am Dienstag an den europäischen Börsen. Die Ausnahme war London, wo die Inflationszahlen höher als erwartet ausfielen und dem Pfund einiges an Auftrieb verliehen. Sonst war die Stimmung von Entspannung gezeichnet, nachdem das in der letzten Woche drohende Ungemach weitegehend ausgeräumt war. Am stärksten präsentierten sich europaweit die Bankenwerte mit einem Sektorplus von mehr als 1,6%. Diese Titel profitierten einerseits von der wiedergewonnen Risikofreudigkeit der Anleger, andrerseits verhalfen auch die gestiegenen Renditen zur Hoffnung auf zukünftige Gewinne. Die Deutsche Bank war der stärkste Titel im Eurostoxx50 mit einem Tagesgewinn von 3,5%, auch Barclays in London schloss 2,5% höher. Am schwächsten war der Sektor der Versorger, hier setzte es ein Minus von fast 0,7%. Unternehmensnachrichten waren Mangelware, Novartis in der Schweiz konnte 1,0% zulegen nachdem gute Fortschritte bei der Entwicklung eines neuen Medikamentes erzielt worden waren. Volkswagen gab die Erhöhung der Investitionen in E-Autos bekannt, bis 2030 sollen 20 Milliarden Euro in die Entwicklung fliessen, die Aktie reagierte darauf mit einem Zuwachs von knapp 2,0%.

Die Börse in Wien präsentierte sich gestern ebenfalls freundlich der ATX schloss knapp 0,7% stärker. Schwer unter Druck geriet Lenzing, eine Kurszielsenkung durch Kepler Chevreux brachte ein Minus von 9,6%, die Papiere knüpften damit an die bereits sehr volatilen Vortage an. Nach der Meldung der Passagierzahlen, die im August leicht stärker waren, tendierte Flughafen stärker und schloss mit einem Kursaufschlag von knapp 0,6%. Die Banken passten sich dem europäischen Umfeld an und konnten deutliche Zugewinne erzielen, Erste Group legte 3,2% zu, RBI schloss 1,8% höher. Auch Voestalpine war wieder stark und erfreute mit einem Zuwachs von 2,1%.

In den USA herrschten ebenfalls Erleichterung und eine positive Stimmung, der S&P500 kletterte am Dienstag auf ein Rekordhoch. Auch die beiden anderen Indices beendeten den Tag im Plus. Bei den Einzelwerten stand die Präsentation neuer Produkte von Apple im Fokus, die aber eher enttäuschend verlief. So wird zwar die Computer-Uhr mit einem Mobilfunk-Anschluss unabhängiger vom iPhone. Allerdings kommt das iPhone X später als erwartet erst Anfang November auf den Markt, was die Anleger letztlich mit einem Minus von 0,4% quittierten. Stark unter Druck geriet McDonalds, Anleger quälte die Befürchtung dass die Unwetter in Florida und Texas den Umsatz belasten könnten was in einem Minus von mehr als 3,2% resultierte. DowDupont hingegen konnte 2,5% anziehen, der neu entstandene Konzern legte neue Pläne zur Ordnung der Geschäftsbereiche vor. Alcoa profitierte von einer Kaufempfehlung durch die Deutsche Bank und beendete den Tag mit einem Plus von 3,2%, auch Nike erzielte ein Plus von knapp 1,0% dank positiver Analystenkommentare.

Öl war gestern im Aufwärtstrend, Brent legte 0,8% zu, WTI schloss 0,3% höher. Gold hielt sich trotz der allgemeinen Entspannungstendenz relativ stabil und konnte im späten Handel sogar leicht auf 1.330 US-Dollar zulegen. Vergleichsweise volatil verlief der Handel zwischen Euro und Dollar, nach einigem Auf und Ab stand gegen Abend ein gegenüber dem Vortag nahezu unveränderter Kurs von 1,196.

Vorbörslich sind die europäischen Börsen unverändert indiziert. Die asiatischen Märkte schließen uneinheitlich. Sowohl von der Makroseite als auch von der Unternehmensseite bleibt es heute weiterhin relativ ruhig.

Unternehmensnachrichten

Strabag

ZÜBLIN, eine Tochter des europäischen Baukonzerns STRABAG SE, hat von PUB, der nationalen Wasserbehörde Singapurs, den Auftrag erhalten, insgesamt 11,9 km Tunnel für das Abwassersystem der Stadt zu bauen. Der Auftrag im Wert von € 309 Mio. ist Teil der Projektphase 2 des Deep Tunnel Sewerage Systems (DTSS). Die Bauarbeiten sollen laut Plan im März 2018 starten und im September 2023 abgeschlossen sein. Vier Tunnelbohrmaschinen werden die 3,5 bis 6 m Durchmesser umfassenden Tunnelröhren auffahren.



(13.09.2017)



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Mario Tunkowitsch

Research Wiener Privatbank

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