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Well done, Brits! Brexit für die EU Riesenchance, Kaufgelegenheit für Aktien (Max Otte)


Sehr geehrte Privatanleger, 

in den letzten Tagen wurde ich mehrfach zu einem möglichen BREXIT befragt. In der Huffington Post bezeichnete ich den BREXIT als eine Riesenchance für Europa, sah es allerdings nur als einen „schönen Traum“ an, dass er kommen würde. Nun scheint der Traum Realität zu werden.

Ein BREXIT wäre für die Europäische Union eine Riesenchance, ihre falschen und dysfunktionalen Strukturen zu reformieren. Ein Kerneuropa, wie von Wolfgang Schäuble 1994 vorgeschlagen und von Helmut Kohl abgelehnt, hätte viele Vorteile. Der Rest der EU könnte endlich enger zusammenwachsen. Auch Deutschlands Position würde gestärkt. 

Großbritannien hat sich aufgrund seiner lange stolzen kolonialen Tradition nie wirklich als Teil Europas gesehen, sondern eher als Richter über das Schicksal Europas („Balance of Power“). Großbritannien hat eine sehr eigene Identität und viele Entscheidungsprozesse behindert. Immer wieder hat Großbritannien Sonderregelungen verlangt. Bis heute gehört England nicht zur Eurozone, aber Englisch ist die Haupt-Amtssprache der EU. Diese Trittbrettfahrerei könnte nach einem BREXIT aufhören. Zum Nutzen aller. 

In den vergangenen 20 Jahren ist Frankfurt zu einem Finanzplatz zweiter Klasse geworden. Ein BREXIT würde gerade für den Finanzmarkt Deutschland sehr positiv sein. Man muss sich vorstellen, dass die europäische Bankenaufsicht, die den überwiegend kontinentaleuropäischen Banken das Leben so schwer macht und unseren Volks- und Raiffeisenbanken und Sparkassen aberwitzige Regeln aufzwingt, in London sitzt!

Ich war mir sicher, dass die Briten ihrem Kopf und nicht ihrem Herzen folgen und in der EU bleiben würden. Bereits im Falle des Referendums zur schottischen Unabhängigkeit schrieben 16 von 17 schottischen Tageszeitungen gegen die Unabhängigkeit und gegen das eigene Volk, denn im Zweifel steht man den großen Werbekunden näher. Bezahlte Regierungswerber zogen von Haustür zu Haustür, um alten Menschen einzureden, dass sie ihre Pensionen verlieren, wenn sie für die schottische Unabhängigkeit stimmen. Bei der Frage des BREXIT waren die Kräfteverhältnisse ähnlich. Sogar Barack Obama hat in London für einen Verbleib in der EU geworben. Also ging ich davon aus, das nicht kommt, „was nicht sein darf“, genauso wenig wie ein FPÖ-Präsident in Österreich oder die schottische Unabhängigkeit.

Nun scheint der BREXIT doch zu kommen. Oder zumindest haben die Briten dafür gestimmt. Endlich ist Bewegung in der verfahrenen Politik des „Westens“ (Ich habe mich immer gefragt, was der „Westen“ ist?). Ein bloßes „ja“ zum BREXIT heißt noch lange nicht, dass er umgesetzt wird. Oder konsequent umgesetzt wird. Die Macht der Eliten und des Finanzkapitals ist riesig. Warten wir es ab. Mit einer Kriegspolitik (gegenüber Russland und Syrien) und einer Politik des Zwangsstaates (EZB, Bargeldabschaffung) ist uns nicht gedient. Wir müssen Neues wagen – und da kommt der BREXIT gerade recht. Eins haben sie, die Briten: Mut!

Wir haben den Tag nach dem BREXIT. Die Börsen haben einen Tiefflug hingelegt. Das bietet

Kaufgelegenheiten. So billig kommen wir vielleicht lange nicht mehr an europäische Aktien heran. 

Auf gute Investments,

Ihr Prof. Dr. Max Otte

Hinweis/Disclaimer: 

Prof. Dr. Max Otte berät beziehungsweise Unternehmen, an denen Prof. Dr. Max Otte beteiligt ist, beraten den PI Global Value Fund (WKN: A0NE9G) und den Max Otte Vermögensbildungsfonds (WKN: A1J3AM). Diese beiden Fonds könnten Positionen in Titeln halten, die in dieser Kolumne genannt sind. 

Für den Fall, dass Leser dieser Kolumne Positionen in einen genannten Titel in einem Umfang erwerben, der dazu geeignet ist, den Preis des Titels zu beeinflussen, könnte der Verfasser dieser Kolumne und / oder einer beziehungsweise beide die Fonds im Falle der Veräusserung des Titels aus deren Portfolio nach einem solchen Kursanstieg vom Erwerb des Titels durch die Leser der Kolumne profitieren. Auch im Falle eines Verkaufs in einem entsprechenden Umfang durch Leser der Kolumne könnte der Verfasser dieser Kolumne und / oder einer beziehungsweise beide Fonds von fallenden Kursen durch günstigere Einstiegskurse im Falle eines späteren Kursanstiegs profitieren.

© DER PRIVATINVESTOR; www.privatinvestor.de

  

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(27.06.2016)

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Aufwärts, bullish - Max Otte, Direktor IFVE Institut für Vermögensentwicklung GmbH, (© finanzmarktfoto.at/Martina Draper)


Max Otte Smeil, siehe http://finanzmarktfoto.at/page/index/1230 bzw. http://finanzmarktfoto.at/page/index/1235


Max Otte, Direktor IFVE Institut für Vermögensentwicklung GmbH, (© finanzmarktfoto.at/Martina Draper)


Max Otte singt mit Carl Zacharias "Wozu sind Kriege da?" von Udo Lindenberg https://www.youtube.com/watch?v=T6HmBiHvQpU, (© Aussender)


Brexit, EU Flagge, Union Jack, UK http://www.shutterstock.com/de/pic-338831222/stock-photo-brexit-detail-of-silky-flag-of-blue-european-union-eu-flag-drapery-with-puzzle-piece-with-great.html, (© www.shutterstock.com)


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Max Otte

Prof. Dr. Max Otte promovierte in Princeton und lehrte Betriebswirtschaft an den Hochschulen/Universitäten Worms, Boston, Würzburg und Graz.
Seit 15 Jahren hat er sich voll und ganz dem Privatanleger verschrieben. Sein Ziel: 
Eine bankenunabhängige und nachvollziehbare Aktienanalyse auf Basis wertorientierter Kapitalanlage. Kern seines Strategieansatzes ist die von ihm entwickelte Methode der Königsanalyse®.
In seinem Buch „Der Crash kommt“ prognostizierte Max Otte bereits im Sommer 2006 die internationale Finanzkrise von 2008. Daneben hat der dreimalige „Börsianer des Jahres“ mehr als ein Dutzend weiterer Bücher sowie zahlreiche Artikel in Zeitungen und Fachblättern veröffentlicht. Regelmäßig wird er von den Medien zu Anlage- und Währungsfragen interviewt.
Max Otte ist Gründer der in Köln ansässigen IFVE Institut für Vermögensentwicklung GmbH, die seinen wöchentlichen Börsenbrief Der Privatinvestor herausgibt, sowie Gründer und Mitglied im Verwaltungsrat der in Zug (Schweiz) ansässigen Privatinvestor Verwaltungs AG. Der PI Global Value Fund, der Max Otte Vermögensbildungsfonds und der Max Otte Multiple Opportunities Fund werden gemäß seiner Strategie der Königsanalyse® verwaltet.

>> http://www.der-privatinvestor.de


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