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EZB kämpft weiter gegen Deflation (Monika Rosen)


 In Punkto Geldpolitik hat die EZB mit Anfang April die Zügel nochmals deutlich gelockert. Sie kauft jetzt pro Monat 80 statt bisher 60 Mrd. Euro an Anleihen, außerdem hat sie schon im März den Leitzins auf 0% und den Einlagenzins von -0,3 auf -0,4% gesenkt.

Welchen Einfluss sie damit auf Wachstum und Inflation in der Eurozone nehmen kann, bleibt abzuwarten. Die erste Schätzung zur Teuerung in der Eurozone im März klingt jedenfalls wenig berauschend. Mit einem Rückgang von 0,1% ist die Deflation zwar zuletzt zurückgegangen, besiegt ist sie offenbar aber noch nicht. Die Sockelrate, die die volatilen Komponenten Nahrungsmittel und Energie ausklammert, ist zwar von 0,8 auf 1% gestiegen.

Manche Analysten vermuten dahinter aber den Vorzieh-Effekt des frühen Osterfestes, der bei einigen Dienstleistungen für höhere Preise gesorgt hat.

Aber egal ob man Gesamtwert oder Sockelrate betrachtet, derzeit verharrt die Inflation der Eurozone deutlich unter dem Zielwert der EZB von knapp unter 2%. Eine echte Trendwende ist wohl nicht vor der zweiten Jahreshälfte zu erwarten. Dann sollte der Basiseffekt der drastisch gesunkenen Energiepreise nachlassen. Insgesamt fürchten Notenbanken Deflation weit mehr als Inflation, weil Deflation eine Spirale aus fallenden Preisen und Konsumzurückhaltung auslöst, aus der es nur schwer ein Entkommen gibt.

Wichtige rechtliche Information - bitte lesen:

Diese Publikation stellt weder eine Marketingmitteilung noch eine Finanzanalyse dar. Es handelt sich lediglich um Informationen über allgemeine Wirtschaftsdaten. Trotz sorgfältiger Recherche und der Verwendung verlässlicher Quellen kann keine Verantwortung für Vollständigkeit, Richtigkeit, Aktualität und Genauigkeit übernommen werden. Die Publikation wurde nicht unter Einhaltung der Rechtsvorschriften zur Förderung der Unabhängigkeit von Finanzanalysen erstellt und unterliegt nicht dem Verbot des Handels im Anschluss an die Verbreitung von Finanzanalysen. Diese Informationen sind nicht als Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten oder als Aufforderung, ein solches Angebot zu stellen, zu verstehen. Diese Publikation dient lediglich der Information und ersetzt keinesfalls eine individuelle, auf die persönlichen Verhältnisse der Anlegerin bzw. des Anlegers (z. B. Risikobereitschaft, Kenntnisse und Erfahrungen, Anlageziele und finanziellen Verhältnisse) abgestimmte Beratung. Wertentwicklungen in der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu. Es ist zu bedenken, dass Wert und Rendite einer Anlage steigen und fallen können und dass jede Anlage mit Risiko verbunden ist. Die vorstehenden Inhalte enthalten kurzfristige Markteinschätzungen. Die Wertangaben und sonstigen Informationen haben wir aus Quellen bezogen, die wir für zuverlässig erachten. Unsere Informationen und Einschätzungen können sich ändern, ohne dass wir dies bekannt geben.



(01.04.2016)

EZB, ECB, Euro, Nacht, finster ilolab / Shutterstock.com


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Monika Rosen

Chefanalystin , Bank Austria Private Banking

>> http://www.bankaustria.at/private-banking.jsp


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