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"2014 war für KTM ein Superjahr" (CEO Pierer im Interview für den Runplugged BAA 2014)


... KTM-Chef Stefan Pierer im Interview für mein Fachheft 27

Stefan Pierer, eben vom "Trend" zum Mann des Jahres gewählt, war mit KTM der Presenting Partner unseres Runplugged Business Athlete Award 2014. Im Interview spricht er über sportliche und wirtschaftliche Erfolge und ein börsliches Upgrade. 

Vorgeschichte KTM / BAA: Die KTM und der Runplugged Business Athlete Award - das passt einfach zusammen, nicht nur von der Farbe Orange her: Sport und Wirtschaft pur. Ein Musterbeispiel eines Preisträgers vergangener Jahre (2004) ist ja definitiv KTM-Legende Heinz Kinigadner. Bereits neben seiner Motorradlaufbahn startete „Kini“ 1992 bei seinem Ausrüster als Sportmanager durch und zeichnete für grosse Erfolge verantwortlich. Und im Award-Comebackjahr 2014 ist die KTM Presenting Partner. CEO Stefan Pierer hat im Award-Interview zudem sehr interessante News parat ... 

Lieber Herr Pierer, ich freue mich wirklich, dass DAS börsenotierte Sport/Wirtschaftsunternehmen Österreichs den BAA beim Comeback als Presenting Partner unterstützt. Wie ist 2014 für die KTM gelaufen? 

Stefan Pierer: Sehr gerne sind wir beim Award dabei, eine tolle Sache voller Emotion.  Ich gratuliere den starken Siegern ganz herzlich. Auch KTM hat 2014 ein tolles Jahr gehabt, das ist ja weitgehend abgeschlossen.

Was waren Ihre Highlights?

Die sportlichen Highlights waren 15 Weltmeistertitel, das ist fast unser All-time-High in Hersteller- und Fahrerweltmeisterschaft, quer über alle Offroad-Bereiche: Wir waren bester Hersteller in der Moto3, leider hat es in der Fahrerweltmeisterschaft knapp nicht gereicht. Aber der sportliche Erfolg ist auch Grundlage für neue Rekordwerte im Unternehmen,  nach elf Monaten geht es in Richtung 160.000 Motorräder, 860 Mio. Umsatz, ein All-time-High. Plus 23 Prozent.

Ist ein sportlicher Titel hervorzuheben?

Es ist so vieles, dass wir nichts hervorheben wollen. Beim Motocrosss sind wir seit Jahren die Benchmark, in Amerika haben wir Supercross dominert, das macht stolz. Auch dass wir in der Moto3 mit Honda auf Augenhöhe waren, ist toll, die Vorbereitungen für 2017 mit Moto-GP sind im Laufen. Wir werden nicht als Werksteam, sondern mit zwei bis drei Privatteams wie in der Moto3 an den Start gehen, das Motorrad steht schon im Spätsommer 2015 auf dem Prüfstand. Besonders ist natürlich die Dakar, da haben wir jetzt 13 Siege in Serie,

Und die Dakar 2015 steht bevor und es kann nur ein Ziel geben, denke ich ...

Richtig, das Ziel ist die 14, es ist alles eingepackt. Am 12. Dezember haben wir grosse Weihnachtsfeier am Standort Mattighofen und dort werden auch die ersten Recken verabschiedet, die nach Weihnachten Richtung Südamerika zum Dakar-Start aufbrechen.  

Also werden Sie neben dem BAA, bei dem ja auch schon Heinz Kinigadner unter den Siegern war, noch weitere Preise vergeben.

Ja, das ist ganz wichtig für unsere Sportler des Jahres und für die Mitarbeiter. Dort sieht man „auf Du und Du“, warum man sich für die Spitzenfahrer eingesetzt hat. Das kommt bei den Mitarbeitern gut an, wenn am Saisonende die Weltelite in Mattighofen ist.

Wird es bei der Dakar auch wieder Pakete für   - ich sage mal - „Hedonisten“ geben? 

Ja, das gibt es, Service, Ersatzteilversorge. Der Fahrer kümmert sich selbst um die Reise und Anmeldung, die technische Versorgung erfolgt durch uns. Wenn ein Spitzenfahrer nach einen Etappen nicht mehr drin ist, sind die Mechaniker trotzdem noch vor Ort, und das sind dann ganz tolle Erlebnisse für die Hobbyfahrer. Bei der Dakar werden 60 bis 80 KTMs am Start sein, die Mehrheit sind reine Hobbyfahrer.

Zu den Absatzmärkten: Mehr als 20 Prozent Plus. Welcher Markt hat selbst Sie überrascht?

Es ist das erste Jahr in meiner 23-jährigen Geschichte bei KTM (Suchtreffer zum KTM HIER), in dem ausserhalb Europas mehr abgesetzt wurde als in Europa. Das Wachstum kommt aus Asien, ASEAN, vor allem Indien mit dem Partner Bajaj, dort werden 2014 bereits 55.000 Motorräder produziert, rund ein Drittel für den lokalen Markt. Lateinamerika ist sehr stark mit z.B. Kolumbien mit 3500 Motorrädern, dazu hat sich Nordamerika erholt, das Wachstum liegt sogar über dem Schnitt. In Europa ist dasWachstum nur einstellig, auch aufgrund einer demographischen Entwicklung. Den weniger werdenden Jungen wird es durch verschärfte Zutrittsbarrieren, ich meine teure Führerscheine oder diverse Sicherheitsvorschriften, nicht gerade erleichert. Zu meiner Zeit war es ein Muss, den Motorradführerschein mitzumachen, heutzutage macht das nur noch ein Drittel. Die Elterngeneration Marke Helikopter schenkt lieber mit 17 ein gebrauchtes Auto als mit 16 einen heissen Ofen. Man merkt aber andererseits, dass durch die Krise Zweirad wieder zum Fortbewegungsmittel wird.

Durch die städtische Entwicklung?

Wir sind Sportmotorradherstller, unsere Interpration eines Rollers ist ein Naked Bike, wir fertigen in Indien ein wunderschönes Modell, das erschwinglich ist, es ist in seinem Segment Marktführer. Das motorisierte Zweirad kommt wieder. Platz, Kosten, Versicherung, Mobiiltät, da gibt es viele Motive. Auch die Elektromobilität kommt, wir arbeiten an Naked Bikes mit Elektroantrieb.

Und die Konkurrenzsituation? Immer noch die Japaner?

Ganz klar. Die Europäer kapieren das nicht, die Konkurrenz sitzt in Asien. Yamaha von der Produktseite her, im Sport lieben wir es, uns mit Honda zu matchen. Das sind die Giganten. Und zwei kleinere Japaner, Suzuki und Kawasaki,  wollen wir bis 2020 überholt haben. 

KTM ist ja mittlerweile fast wie Red Bull. Auf Euch bezogen „viel mehr als Motorräder“ ...

Unsere Related Products haben drei Sparten: Ersatzteile, dann Power Parts (Verschönerung der Motorräder bzw. Funktionsbekleidung) und dazu Merchandising rund um den Markenkern, das sind 20 Prozent vom Umsatz, wir sprechen da von ca. 170 Mio.. Es gibt nur einen Player mit höherem Anteil, ich bewundere das, Harley Davidson mit 30 Prozent. Man muss aufpassen, dass man nicht zu sehr ausfranst. Kugelschreiber ist schwierig, unser bestverkauftes Teil ist aber ein Kinderschnuller namens Silencer, 27.000 Stück im Jahr. Die Markenbegegnung am frühesten Zeitpunkt. Strampler, Tretroller, so geht es weiter. 

Zur Aktie: KTM ist der einzige Titel an der Wiener Börse mit mehr als 100 Prozent Plus. Sie planen jetzt rund um Cross Industries ein börsliches Upgrade für die Gruppe. Kann man ein Comeback im Prime Market erwarten?  

Wir haben bei der KTM zwar aktuell geringen Streubesitz, aber das Plus 2014 ist schön und da.  Mit Cross Industries -  KTM, Pankl  und WP haben wir viel vor. Es geht ganz klar in den Prime Market.  Die Börsenkapitalisierung wird ansprechend sein. 

Ihre Ziele 2015?

Zu diesen gehört auch, mit kleinen Schritten den unbedingt notwendingen Kapitalmarkt wieder zu beleben. Im Dritten Markt war der Wechsel von Inhaber- auf Namensaktien ein ganz schwerer Rückschritt: Ausnahmen für die Bestehenden, aber für Neulinge damit „zu“. Der mid market wäre ein Super Entrance-Segment. Ich versuche, das zu kommunizieren, bei der Politik ist die Börse nicht angesagt. Ich versuche auch, unseren neuen Finanzminister an Bord zu holen. Es ist mir ein Anliegen, diesen Kapitalmarkt nicht absterben zu lassen, sondern auszubauen. Aufgeben tut man einen Brief. Ich bin österreichischer Unternehmer und gehe hier nicht weg. Da bin ich - wie beim beim BAA - ein Mitstreiter bei Ihren Themen.

 



(15.12.2014)

Stefan Pierer, Cross Industries AG, (© photaq/Martina Draper)


„KTM hatte ein Topjahr“


KTM: Sport und Wirtschaft pur, Einzige österreichische Aktie mit 100 Prozent Plus 2014 Runplugged: Sport und Wirtschaft pur, Lauf-Zweitapp für Vereine und Wissensdurstige


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Christian Drastil
Der Namensgeber des Blogs. Ich funktioniere nach dem Motto "Trial, Error & Learning". Mehrjährige Business Pläne passen einfach nicht zu mir. Zu schnell (ver)ändert sich die Welt, in der wir leben. Damit bin ich wohl nicht konzernkompatibel sondern lieber ein alter Jungunternehmer. Ein lupenreiner Digital Immigrant ohne auch nur einen Funken Programmier-Know-How, aber - wie manche sagen - vielleicht mit einem ausgeprägten Gespür für Geschäftsmodelle, die funktionieren. Der Versuch, Finanzmedien mit Sport, Musik und schrägen Ideen positiv aufzuladen, um Financial Literacy für ein grosses Publikum spannend zu machen, steht im Mittelpunkt. Diese Dinge sind mein Berufsleben und ich arbeite gerne. Der Blog soll u.a. zeigen, wie alles zusammenhängt und welches Bigger Picture angestrebt wird.
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