Crowdinvesting - die alternative Geldanlageform unter die Lupe genommen

Menschenmassen, Strasse, http://www.shutterstock.com/de/pic-160438778/stock-photo-anonymous-crowd-of-people-walking-on-a-busy-new-york-city-street.html     >> Öffnen auf photaq.com







10.11.2017

Geldanlagen mit Aussicht auf Rendite sind heute mehr denn je gefragt. Denn angesichts der historisch niedrigen Zinsen ist es kaum noch möglich, mit herkömmlichen Sparformen nennenswerte Erträge zu erzielen. Einen interessanten Ansatz dazu kann Crowdinvesting bieten - eine innovative Investmentform, die ihre Existenz ganz dem Internet zu verdanken hat. 

Worum handelt es sich? Crowdinvesting stellt eine Weiterentwicklung des Crowdfunding dar - der "Schwarmfinanzierung" über entsprechende Plattformen im Netz. Crowdfunding ist 2003 in Großbritannien erfunden worden. Die Idee war, Geld von vielen Internet-Usern - der "Crowd" bzw. dem "Schwarm" - einzusammeln, um bestimmte Vorhaben zu finanzieren. Dabei ging es weniger um Investment mit Renditeewartung als darum, ein Projekt - zum Beispiel einen Film oder ein Musik-Album - überhaupt möglich zu machen. Die finanzielle "Beteiligung" hatte eher Spendencharakter.

Vom Crowdfunding zum Crowdinvesting

Schon kurze Zeit später wurde das Modell mit Crowdlending-Plattformen kommerzialisiert. Crowdlending ist die Kreditvergabe von privat an privat gegen Zinszahlungen. Crowdinvesting erweitert diesen Ansatz um Investments. Der Geldgeber wird hier zum echten Investor, indem er auch einen Teil des unternehmerischen Risikos trägt. Als "Gegenleistung" winkt eine höhere Rendite als bei "normalen" verzinslichen Anlagen. Die erste Crowdinvesting-Plattform ging 2009 an den Start, seither gibt es auch in Deutschland etliche Nachahmer.

Der deutsche Crowdinvesting-Markt wächst dynamisch. Betrug das Investment- Volumen 2011 erst 450.000 Euro, lag es im vergangenen Jahr schon bei fast 64 Millionen Euro. Dennoch besetzen Crowdinvesting-Plattformen bislang nur eine kleine Nische im Investment-Markt und es ist noch viel "Luft nach oben". Manche Plattform hat auch ihre ursprüngliche geschäftspolitische Ausrichtung verändert. Stand am Anfang die Finanzierung von Start-ups im Fokus, bilden inzwischen Immobilien einen Schwerpunkt. Einige Plattformen - zum Beispiel exporo.de - haben von Anfang an auf Immobilien-Investments gesetzt.

Für diese Verlagerung gibt es Gründe. Gerade Start-up-Investments sind extrem riskant und mit hohen Ausfallraten verbunden. Selbst mit überschaubaren Geldbeträgen und "Risikostreuung" durch Verteilung auf mehrere Gründungen bleibt die Verlustgefahr hoch. Immobilienprojekte sind dagegen vergleichsweise sicher und gut zu kalkulieren. Selbst wenn die Ertragserwartungen sich nicht erfüllen, bleibt immer noch der Wert der Immobilie an sich. Ein Totalverlust ist unwahrscheinlich. Bauträger und Projektentwickler haben das Crowdinvesting als Finanzierungsform entdeckt, weil sie bei der "normalen" Bankfinanzierung an Grenzen stoßen. Kreditinstitute zeigen sich nämlich sehr reserviert, wenn unternehmerische Risiken zu übernehmen sind.

Wie funktioniert Crowdinvesting?

Crowdinvesting-Plattformen fungieren dabei als virtueller Marktplatz, auf dem Angebot und Nachfrage bei Investment-Kapital zusammengebracht werden. Wer Geld benötigt, stellt sein Projekt auf der Plattform vor. Anleger haben dann über eine gewisse Zeit die Möglichkeit, sich an der Finanzierung zu beteiligen. Der Einstieg ist schon mit kleinen Beträgen, zum Teil nur wenigen hundert Euro, möglich. Wenn genug Geld zusammengekommen ist, wird das Projekt geschlossen. Die Plattform betätigt sich dabei nicht nur als Marktplatz, sondern auch als Abwickler. Sie kümmert sich um das Vertragliche und die Zahlungstransfers.

Das Investment erfolgt über sogenannte hybride Finanzinstrumente wie stille Beteiligungen, Genussrechte oder Nachrangdarlehen. Exporo.de arbeitet zum Beispiel mit Nachrangdarlehen. Dabei handelt es um festverzinsliche Geldanlagen, die allerdings im Insolvenzfall erst nach den übrigen Gläubiger-Ansprüchen bedient werden. Für dieses (begrenzte) Risiko erhält der Investor eine Verzinsung deutlich über dem Kapitalmarktzins.




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Worum handelt es sich? Crowdinvesting stellt eine Weiterentwicklung des Crowdfunding dar - der "Schwarmfinanzierung" über entsprechende Plattformen im Netz. Crowdfunding ist 2003 in Großbritannien erfunden worden. Die Idee war, Geld von vielen Internet-Usern - der "Crowd" bzw. dem "Schwarm" - einzusammeln, um bestimmte Vorhaben zu finanzieren. Dabei ging es weniger um Investment mit Renditeewartung als darum, ein Projekt - zum Beispiel einen Film oder ein Musik-Album - überhaupt möglich zu machen. Die finanzielle "Beteiligung" hatte eher Spendencharakter.

Vom Crowdfunding zum Crowdinvesting

Schon kurze Zeit später wurde das Modell mit Crowdlending-Plattformen kommerzialisiert. Crowdlending ist die Kreditvergabe von privat an privat gegen Zinszahlungen. Crowdinvesting erweitert diesen Ansatz um Investments. Der Geldgeber wird hier zum echten Investor, indem er auch einen Teil des unternehmerischen Risikos trägt. Als "Gegenleistung" winkt eine höhere Rendite als bei "normalen" verzinslichen Anlagen. Die erste Crowdinvesting-Plattform ging 2009 an den Start, seither gibt es auch in Deutschland etliche Nachahmer.

Der deutsche Crowdinvesting-Markt wächst dynamisch. Betrug das Investment- Volumen 2011 erst 450.000 Euro, lag es im vergangenen Jahr schon bei fast 64 Millionen Euro. Dennoch besetzen Crowdinvesting-Plattformen bislang nur eine kleine Nische im Investment-Markt und es ist noch viel "Luft nach oben". Manche Plattform hat auch ihre ursprüngliche geschäftspolitische Ausrichtung verändert. Stand am Anfang die Finanzierung von Start-ups im Fokus, bilden inzwischen Immobilien einen Schwerpunkt. Einige Plattformen - zum Beispiel exporo.de - haben von Anfang an auf Immobilien-Investments gesetzt.

Für diese Verlagerung gibt es Gründe. Gerade Start-up-Investments sind extrem riskant und mit hohen Ausfallraten verbunden. Selbst mit überschaubaren Geldbeträgen und "Risikostreuung" durch Verteilung auf mehrere Gründungen bleibt die Verlustgefahr hoch. Immobilienprojekte sind dagegen vergleichsweise sicher und gut zu kalkulieren. Selbst wenn die Ertragserwartungen sich nicht erfüllen, bleibt immer noch der Wert der Immobilie an sich. Ein Totalverlust ist unwahrscheinlich. Bauträger und Projektentwickler haben das Crowdinvesting als Finanzierungsform entdeckt, weil sie bei der "normalen" Bankfinanzierung an Grenzen stoßen. Kreditinstitute zeigen sich nämlich sehr reserviert, wenn unternehmerische Risiken zu übernehmen sind.

Wie funktioniert Crowdinvesting?

Crowdinvesting-Plattformen fungieren dabei als virtueller Marktplatz, auf dem Angebot und Nachfrage bei Investment-Kapital zusammengebracht werden. Wer Geld benötigt, stellt sein Projekt auf der Plattform vor. Anleger haben dann über eine gewisse Zeit die Möglichkeit, sich an der Finanzierung zu beteiligen. Der Einstieg ist schon mit kleinen Beträgen, zum Teil nur wenigen hundert Euro, möglich. Wenn genug Geld zusammengekommen ist, wird das Projekt geschlossen. Die Plattform betätigt sich dabei nicht nur als Marktplatz, sondern auch als Abwickler. Sie kümmert sich um das Vertragliche und die Zahlungstransfers.

Das Investment erfolgt über sogenannte hybride Finanzinstrumente wie stille Beteiligungen, Genussrechte oder Nachrangdarlehen. Exporo.de arbeitet zum Beispiel mit Nachrangdarlehen. Dabei handelt es um festverzinsliche Geldanlagen, die allerdings im Insolvenzfall erst nach den übrigen Gläubiger-Ansprüchen bedient werden. Für dieses (begrenzte) Risiko erhält der Investor eine Verzinsung deutlich über dem Kapitalmarktzins.


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