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Gregor Rosinger hat Warimpex, EVN und Gurktaler gekauft, spricht über Wasserstoff und Wohnungen (Christian Drastil)


Unter www.christian-drastil.com/fach-pdf  findet sich die 6-seitige Auftaktnummr aus dem Q1, die aktuelle aus dem Q2 hat sogar den Umfang von 12 Seiten: Die Fach-PDF-Reihe mit Gregor Rosinger, die Journalist Paul Jezek für das Fachheft gestaltet, ist nämlich im Q2 durch eine Fotostrecke von einem OMV-Setup verstärkt. Hier Auszüge aus dem Interview, das Paul Jezek führte. Auch Warimpex und Wohnungen sind ein Thema.

Herr Rosinger, Sie hatten in den letzten Jahrzehnten im Bereich Energietechnik investiert, auch immer wieder Verkäufe getätigt. Wie sieht es aktuell aus?
Gregor Rosinger: Danke, Herr Jezek, für diese Frage. Selbstverständlich bin ich weiterhin in diesem Bereich investiert – allerdings hat sich mein Fokus etwas verschoben. In absoluten Beträgen ist mein Eigenkapital in der Energietechnik-Branche heute ein Vielfaches von dem, was ich Anfang der 90er-Jahre in unsere Fabriken investiert hatte, als wir unter anderem Kesselanlagen für Großkraftwerke, Biogasreaktoren oder auch Reaktoren, Verdampfer, etc. für den Biodieselbereich gebaut hatten.

Sind Sie auch in Elektromobilität inves­tiert?
Wenn Sie damit sogenannte Stromer meinen, die mit Strom aus der Steckdose ‚betankt‘ werden und Hunderte Kilo schwere Akku-Pakete mit sich herumführen müssen, dann ist die Antwort ein klares Nein. Mit Mobilität hängt mein derzeitiges energietechnisches Hauptinvestment indirekt aber durchaus zusammen. Ich bin Mehrheitsgesellschafter eines Unternehmens der Wasserstoff-Energie-Technik. Unter diesem Begriff versteht man Anlagen zur Erzeugung von Wasserstoff, der technisch hochrein genug ist, um in Brennstoffzellen eingesetzt werden zu können, de facto also als Treibstoff, oder – bei anderer Sichtweise – als Zwischenenergieträger für Wasserstoffautos. Natürlich gibt es eine Reihe von Anlagenbauern am Markt, die unterschiedlichste Technologien zur Herstellung von Wasserstoff einsetzen; das Spektrum reicht dabei von der sehr stromintensiven Elektrolyse von Wasser bis zur Herstellung von Wasserstoff aus fossilen Substanzen. Das Verfahren meiner Mehrheitsbeteiligung ist in der Lage, unterschiedliche Ausgangsmaterialien einzusetzen, darunter auch Biomasse bzw. organische Abfälle, und zwar sortenrein oder in Kombination. Das spricht also sehr für einen nachhaltigen Ansatz.

Und gar keine Stromer?
Als Investor hat man auch eine große gesellschaftliche Verantwortung und diese nehme ich sehr ernst. Die Elektromobilität mit Stromern hat noch deutlich zu viele ungelös­te Probleme, insbesondere im Bereich der Entsorgung von Akkus, die eine Menge von schädlichen Substanzen enthalten. Ein Stromer hat z.B. 80mal so viel Akkukapazität wie das Mercedes-Wasserstoffauto der OMV, das ich fahren durfte. Man kann es auch anders ausdrücken: Der erwähnte Stromer verur­sacht in Bezug auf Akkuentsorgung ein gleich großes Problem wie 80 Wasserstoff-Brennstoffzellen-Fahrzeuge. Die Industrie arbeitet zwar daran, das Entsorgungsproblem zu lösen, aber niemand kann garantieren, ob in einigen Jahren hier wirklich taugliche und zukunftssichere Lösungen vorliegen werden.
Vielleicht gibt es dann solche Lösungen – vielleicht aber auch nicht. Darüber hinaus muss auch klar gesagt werden, dass in den Augen mancher Mitbürger der Strom zwar aus der Steckdose kommt, aber vielen nicht bewusst ist, dass als CO2-neutral oder klimafreundlich hergestellt beworbener Strom in manchen Fällen absolut nicht wirklich ‚grün‘ ist, weil zum derzeitigen Zeitpunkt im europäischen Strommix immer noch sehr viel Atomstrom dabei ist. Auch hier könnte Wasserstoff als Zwischenenergieträger eine hervorragende Lösung sein, um nicht speicherbare Stromspitzen aus regenerativer Energie einer sinnvollen Nutzung zuzuführen, indem diese Erzeugungsspitzen über Elektrolyse in Wasserstoff umgewandelt werden.

Sie sehen also die Zukunft der Mobilität im Wasserstoff?
Das ist eine Frage der Zeit. In 10 bis 15 Jahren sehe ich eine Koexistenz verschiedenster Antriebsform auf den Straßen Europas. Da werden Diesel, Benziner, Hybride, immer mehr Wasserstofffahrzeuge, aber auch ‚reine‘ Stromer unterwegs sein. Nach 2030 sollte dann der Anteil der reinen Diesel und Benziner immer stärker zurückgehen. Ob dann Wasserstoff oder Stromer die Nase vorn haben, kann und wird auch durch politische Entscheidungen oder Vorgaben beeinflusst werden. Dennoch halte ich mir immer wieder vor Augen, dass auch vor fast 100 Jahren schon viele Stromer auf den Straßen unterwegs waren und deren Hersteller und Lobbyisten Unsummen für Werbekampagnen ausgegeben haben. Im Endeffekt hat sich in der Praxis dann binnen ein bzw. zwei Jahrzehnten der flüssige Treibstoff (damals Benzin bzw. Diesel) durchgesetzt, und die Stromer sind fast in Vergessenheit geraten. Und heute? Die Nachteile der Stromer sind nach wie vor weitgehend ungelöst und eklatant. Warum also sollte die Mobilität des 21. Jahrhunderts nicht zunehmend durch Wasserstoff-Brennstoffzellen-Fahrzeuge geprägt werden?

Wechseln wir zum Thema Immobilien: Sie sind in die Finanzierung einer Reihe von internationalen Immobilienprojekten im Volumen von teilweise mehr als 100 Millionen Euro involviert …
Das aktuellste Projekt ist ein Portfolio in Norddeutschland mit rund 600 Wohnungen. Dort war die Rosinger Group als Finanzierungsexperte für einen Deutschen Fonds mit der Beschaffung von Finanzierungszusagen über 23,5 Mio. Euro beauftragt, was auch gelungen ist. Die Zusage kam von einer Deutschen Versicherung. Generell haben wir sehr gute Kontakte im institutionellen Bereich – sowohl national als auch international.
Bei der börsenotierten Warimpex haben Sie nachgekauft. Warum?
Ja, ich habe dort Aktien nachgekauft, sowohl über eine Investmentgesellschaft in meinem Besitz wie auch als natürliche Person. Warimpex ist längerfristig ein sehr spannendes Unternehmen, das nicht nur zahlreiche Hotel­immobilien entwickelt, besitzt und betreibt, sondern auch Büroimmobilien. Besonders verliebt bin ich in das Projekt Airport City St. Petersburg. Das ist ein zukunftsweisendes Projekt mit hohem Potenzial, speziell auch nachdem sich der Rubelkurs nach dem Absturz zur Jahreswende 2014/15 wieder erholt hat. Dazu kommt, dass das bestehende Portfolio der Warimpex laufend optimiert wird. Das ist etwas, das uns gefällt, und was wir mit unseren oben erwähnten Bestandsimmobilien auch laufend machen. ‚Hebung des Upside-Potenzials‘, heißt das
Zauberwort.

Und wie gehen Sie’s mit Bestandsimmo­bilien an?
Es gibt sowohl Bestandsimmobilien, die ich allein halte und vermiete, wie auch Immobilien, die meine Gattin und ich gemeinsam (jeweils zur Hälfte) besitzen und die wir ebenfalls vermieten. Dabei handelt es sich aktuell sowohl um Büro- als auch um Wohnimmobilien. Mit guten Developments sind Jahresrenditen um die 20 Prozent möglich. Im Fach-PDF werden wir vielleicht Platz haben, dass ich Ihnen Beispiele und Bilder zeige.

Funktioniert dieses Konzept denn auch im Jahr 2015? Sind Sie denn weiter auf der Suche nach Schnäppchen?
Selbstverständlich funktioniert es. Und die Suche? Nun – ich lasse suchen. Unsere Tochter arbeitet im Immobilienbereich für Re/Max – und sie hat ein Exklusivmandat.

Fachheft-Zusatzfrage (Drastil): Und haben Sie neben Warimpex auch andere österreichische Papiere verstärkt?
In den vergangenen Wochen habe ich neben Warimpex auch Gurktaler sowie EVN-Aktien und -Calls gekauft.



(17.07.2015)

Gregor Rosinger (Rosinger Group), (© photaq/Martina Draper)


Gregor Rosinger (Rosinger Group), Walter Böhme (Leiter Innovationsmanagement OMV), (© photaq/Martina Draper)


Walter Böhme (Leiter Innovationsmanagement OMV), Christa Hanreich (OMV), Martina Draper und Michaela Mejta (photaq) mit Fach-PDF-Redakteur Paul Jezek und Gregor Rosinger bei der gastfreundlichen OMV f


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Christian Drastil
Der Namensgeber des Blogs. Ich funktioniere nach dem Motto "Trial, Error & Learning". Mehrjährige Business Pläne passen einfach nicht zu mir. Zu schnell (ver)ändert sich die Welt, in der wir leben. Damit bin ich wohl nicht konzernkompatibel sondern lieber ein alter Jungunternehmer. Ein lupenreiner Digital Immigrant ohne auch nur einen Funken Programmier-Know-How, aber - wie manche sagen - vielleicht mit einem ausgeprägten Gespür für Geschäftsmodelle, die funktionieren. Der Versuch, Finanzmedien mit Sport, Musik und schrägen Ideen positiv aufzuladen, um Financial Literacy für ein grosses Publikum spannend zu machen, steht im Mittelpunkt. Diese Dinge sind mein Berufsleben und ich arbeite gerne. Der Blog soll u.a. zeigen, wie alles zusammenhängt und welches Bigger Picture angestrebt wird.
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